Hochbegabung

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es rund 300.000 Kinder und Jugendliche, die überdurchschnittlich begabt sind. Davon erlebt rund die Hälfte schulische und soziale Schwierigkeiten, häufig, weil sie sich unterfordert fühlen und ihre Begabung eher als Bedrohung erlebt wird. Diese Kinder benötigen eine besondere Förderung, damit sie ihre Fähigkeiten entwickeln und nutzen können.
Quelle: Elternlexikon des Studienkreises


Unsere Schule versucht dabei diesen Kindern eine geeignete Möglichkeit zu geben, ihre Begabung weiter zu entfalten und von anderen akzeptiert zu werden. In einem Verbund von mehreren Schulen tauschen wir dabei Erfahrungen aus und versuchen hochbegabte Kinder gezielt zu fordern und zu fördern.

Merkmale für Hochbegabung


Nicht alle Merkmale treffen bei allen hochbegabten Kindern zu, jedoch wenn viele Merkmale bei einem Kind auffallen, sollte ein Intelligenztest zur genaueren Diagnose herangezogen werden. Diese Checkliste wurde übernommen aus der Broschüre, Begabte Kinder finden und fördern' des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft.

Merkmale des Lernens und Denkens bei motivierten hochbegabten Kindern


- sehr hohes Detailwissen in einzelnen Bereichen,
- ungewöhnlich großer Wortschatz für ihr Alter,
- ausdrucksvolle, ausgearbeitete und flüssige Sprache,
- schnelles Merken von Fakten,
- schnelles Durchschauen von Ursache- Wirkung-Beziehungen,
- Suche nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden,
- schnelles Erkennen von grundlegenden Prinzipien,
- schnelles Herstellen gültiger Verallgemeinerungen,
- gute Beobachtungsgabe,
- lesen viel und vor allem Bücher, die über ihre Altersstufe deutlich hinausgehen,
- denken kritisch, unabhängig und wertend.

Arbeitshaltung und Interessen


- Hochbegabte gehen in Problemen völlig auf, wenn sie motiviert sind,
- sie wollen Aufgaben immer vollständig lösen,
- Routineaufgaben langweilen leicht,
- sie streben nach Perfektion,
- sie sind selbstkritisch,
- sie arbeiten gern unabhängig, um Probleme durchdenken zu können,
- sie setzen sich hohe Leistungsziele, die sie mit einem Minimum an Anleitung und Hilfe durch Erwachsene erreichen,
- sie interessieren sich für "Erwachsenen-Themen" (Umweltfragen, Politik, Religion, Philosophie, Sexualität, Gerechtigkeit u.a.).


Soziales Verhalten


- Häufige Beschäftigung mit Begriffen wie Gerechtigkeit, Gut-Böse, Recht-Unrecht,
- ausgeprägtes Moralbewusstsein und grundsätzliche Ablehnung körperlicher Gewalt
- Individualismus
- prüfen Meinungen von Autoritäten, bevor sie sie akzeptieren,
- übernehmen Verantwortung,
- zuverlässig in Planung und Organisation,
- bevorzugen meist ältere Spielgefährten oder Erwachsene, sind auf der Suche nach Gleichbefähigten,
- wollen über ihre Situation selbst bestimmen,
- können sich in andere einfühlen und sind daher für politische und soziale Probleme aufgeschlossen.